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Epigraphik-Datenbank  Clauss / Slaby
EDCS

Manfred Clauss / Anne Kolb / Wolfgang A. Slaby / Barbara Woitas

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Datenbank-Recherche deutsch  / search database englisch  / banco de datos spanisch  /
recherches à la banque des données französisch  / ricerca nel database italienisch

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Herzlich willkommen!

Zielsetzung

Im Jahre 1973 erschien ein Beitrag von Mireille Corbier, in dem sie ihre Sicht der Möglichkeiten der elektronischen Datenverarbeitung darlegte. Sie beschrieb die automatisierte Analyse der epigraphischen Dokumentation als ein Arbeitsinstrument, das die technischen Möglichkeiten unserer Zeit in den Dienst einer alten Disziplin stelle und beendete ihren Beitrag mit der Feststellung, dass die Realisierung eines solchen Werkes in den letzten Jahrzehnten des 20. Jahrhunderts nicht ehrgeiziger sei als die Konzeption des Corpus Inscriptionum Latinarum für die Generation Mommsens (MEFR 85,1, 1973, 353).

Die EDCS hat sich vier Hauptziele zur Aufgabe gestellt:

1. Die Erfassung aller lateinischen Inschriften. Dieses Ziel ist weitgehend erreicht. Abgesehen von dem jährlichen Zuwachs dürften etwa 99,5 % des publizierten Materials vorliegen. Selbst wenn in einigen Zeitschriften noch nicht aufgenommene Texte zu finden sind, wird sich an diesem Prozentsatz nichts ändern. Die Texte beruhen auf der Entscheidung der Herausgeber der EDCS; sie sind aufgelöst und ergänzt. Ihre Präsentation ist so einfach wie möglich gestaltet. Neben den allgemein üblichen Angaben von Auflösungen, Ergänzungen und Tilgungen sind die verwendeten Sonderzeichen auf ein Minimum beschränkt.

2. Diese Texte werden digitalisiert und recherchefähig zur Verfügung gestellt. Die unterschiedlichen Suchmasken stehen in Deutsch, Spanisch, Italienisch, Französisch und Englisch zur Verfügung. Damit eine Suchanfrage ein möglichst vollständiges Ergebnis erbringt, sind die Texte weitgehend im Latein vereinheitlicht, ein Vorgang, der allerdings noch nicht abgeschlossen ist. Statt nach vixit, bixit, vixsit, bixsit, vicxit, bicxit, visxit, bisxit, vixxit, bixxit, visit, bisit, vicsit, bicsit, vissit, bissit, vicit, veixsit, beixit, vixet, bixet, vixset, bixset, vicxet, vicset, bicset, viset, vexset, biset, visse, bisset, bisis, bixyt, yxit, vicshit oder nixit suchen zu müssen, finden sich die entsprechenden Texte alle unter "vixit?. Dies führt allerdings zu einer erheblichen Zahl von Eingriffen in den lateinischen Text. Die Suche nach abweichenden Schreibweisen wie etwa vixxit ermöglicht die Datenbank-Recherche (Suche nach fehlerhaften Schreibweisen). Bei unterschiedlichen Schreibweisen wie "milliaria" (64) oder "miliaria" (113) entscheidet die Häufigkeit der ausgeschriebenen Worte im Gesamtmaterial, welche Schreibweise in der EDCS verwendet wird.

3. Möglichst viele Inschriftentexte mit ihrem Inschriftenträger sollen anhand von Photos überprüft werden können. Inzwischen stehen fast 200.000 Bilder ? eigene Fotos und Links zu anderen Datenbanken ? zur Verfügung.

4. Durch Verbindung zu anderen Datenbanken wird die Möglichkeit geboten, mehr Informationen zu einzelnen Inschriften und Inschriftenträgern zu erhalten. Etwa 392.000 Verbindungen bestehen inzwischen zu folgenden 37 Datenbanken.

Die EDCS ermöglicht auch die Publikation von Neufunden. Angaben zu den Maßen sowie Erläuterungen zu einzelnen Passagen des Textes können in einem Kommentarfeld untergebracht werden. Bei der Inschrift CIL 06, 39824 sind als Beispiel alle Angaben des CIL eingetragen. Die Neufunde erhalten eine EDCS-Nummer mit dem Namen des Autors; vgl. EDCS 00514 {Ashmolean Museum, Oxford} oder EDCS 00767 {Giuseppe Cencini}. Die Autoren solcher Neufunde findet man unter ihrem Namen im Suchfeld "Publikation" (z.B. %Cencini%).

Das Projekt macht mit über einer halben Million Inschriften die reiche Überlieferung an Texten auf Stein, Metall, Keramik und anderen Materialen aus der antiken Mittelmeerwelt für die Forschung (wie Politik-, Sozial-, Wirtschafts-, Kultur-Geschichte, Linguistik, Onomastik) und interessierte Laien in digitaler Form zugänglich.

Die Abkürzungen geben die verwendeten Publikationen an.

Findet sich hinter der Zeile der Belegstelle ein , so wird man durch Anklicken auf eine andere Datenbank weitergeleitet, wo sich auch häufig Fotos finden.

Folgende Zeitschriften sind ausgewertet.

Statistik

Inzwischen sind


Die Aufschlüsselung nach Publikationen enthält Angaben darüber, welche Bände - mit wieviel Texten pro Band, was die lateinischen Inschriften betrifft - komplett erfasst und bereits in die Datenbank eingegeben sind.

Die Aufschlüsselung nach Provinzen bietet einen Überblick über die schon kategorisierten Provinzen und Inschriften. Fett gesetzte Provinzen sind fertig.

Erläuterungen und Anwendungshinweise

Sämtliche Texte sind aufgelöst und ergänzt. Die verwendeten Sonderzeichen sind auf ein Minimum beschränkt; im einzelnen sind dies:
( ) Auflösung abgekürzter Texte, Einfügung fehlender Buchstaben
[ ] Ergänzung
[3] Lücke innerhalb einer Zeile
[6] Lücke im Umfang einer Zeile
] Lücke unbestimmter Länge am Anfang
[ Lücke unbestimmter Länge am Ende
[[ ]] Rasur
<e=F> Korrektur (Beispiel: f<e=F>cit für FFCIT)
<<TEXT>> Hier sind Texte aufgeführt, die - vor allem in der Severerzeit - anstelle getilgter Passagen eingefügt worden sind.
<<[[ ]]>> Der Text wurde zunächst getilgt und dann wieder eingemeißelt; häufig leg. III
{ } Tilgung durch den Herausgeber
unsicher gelesene, aus dem Kontext erschlossene Buchstaben
/ Zeilentrennung
// trennt zwei unterschiedliche Texte eines Steins ? Vorder- und Rückseite, mehrere Spalten, lateinische und griechische Texte ? oder kennzeichnet Textteile, die sich an ungewöhnlicher Stelle befinden (außerhalb des Inschriftenfeldes, über oder unterhalb des Zeile eingefügt).
* Der * bezeichnet eine als gefälscht eingeschätzte oder moderne Inschrift; bei Inschriften aus dem CIL steht der * vor der Nummer (CIL 06, *03231), bei anderen dahinter (RIB-03, 03534*).
+ Das + vor einer Nummer der AE, AEA, ILCV oder anderswo verweist auf Literaturangaben, bei anderen Publikationen auf die Bemerkungen unter der jeweiligen Nummer.
(!) Unmittelbar an ein Wort anschließend markiert (!) eine ungewöhnliche Schreibweise wie Maxumus(!); isoliert stehend markiert (!) ein fehlendes Wort wie das fehlende f(ilius) in C(aius) Iulius C(ai) (!) Maximus.

Datenbank-Recherche

Die Datenbank-Recherche ermöglicht die Abfrage von Beleg, Provinz, Ort, Datum, Inschriftengattung/Personenstatus und Suchtexten. Sämtliche Einträge mit Ausnahme des Ortes werden automatisch rechts und links mit einem Jokerzeichen versehen. Die Belegnummer ist immer fünfstellig einzutragen: Z.B. CIL 02, 00125. Die Provinz-Bezeichnung wird bei Eingabe des ersten Buchstabens automatisch ergänzt, ebenso die Ortsbezeichnung. Unter der Rubrik "Auswahl" hinter dem Eingabefeld für Provinzen besteht die Möglichkeit, mehrere Provinzen auszuwählen. Bei der Eingabe von Belegen sowie Orts- und Provinznamen fallen alle Umlaute, Akzente und Sonderzeichen fort. Es finden sich die modernen und/oder antiken Ortsangaben, wobei unter den antiken Ortsnamen häufig mehr Texte zu finden sind. Bei der Ausgabe der Ergebnisse kann eine Sortierung nach Belegen oder nach Provinzen ausgewählt werden.

Bei griechischen Texten ist "GR" eingetragen. Diese Inschriften können durch "GR" gesucht werden. Für viele europäische Provinzen des römischen Reiches sind diese Inschriften mit den Searchable Greek Inscriptions und Epigraphic Database Roma verknüpft, so dass hier auch die griechischen Texte zur Verfügung stehen.

Weitere Abkürzungen beziehen sich auf "ETR" (etruskische mit Epigraphic Database Roma verknüpft), "HEBR" (hebräische), "IBER" (iberische), "LEPONT" (lepontisch), "OSK" (oskische), "PALMYR" (palmyrenische), "PUN" (punische) "SAF" (safaitisch), und "VEN" (venetische) Texte.

Zum Suchtext:

Es können beliebig viele Begriffe mit % getrennt abgefragt werden - auch in Kombination mit einem Beleg/Provinz/Ort. Wird in beiden "Suchtexten" gesucht, kann angeklickt werden, ob die Begriffe zugleich in der Inschrift vorkommen sollen ("und"), jeweils einer von ihnen ("oder") oder ob ein Begriff (Suchtext 1) in der Inschrift vorkommt, der andere (Suchtext 2) aber nicht.; z.B. alle Inschriften mit "Dis", aber nicht "Dis Manibus". Auch alle Suchbegriffe werden rechts und links durch ein Jokerzeichen ergänzt. Zudem können eigene Jokerzeichen gesetzt werden. Das Zeichen % steht für beliebig viele Zeichen. Zulässig ist ferner der "_" (Unterstrich), der für genau ein beliebiges Zeichen steht; zwei Unterstriche "__" stehen für genau zwei Zeichen (vi__it findet also vixsit, vixxit, vicsit). Nach einem Suchtext am Inschriftenanfang/-ende kann gezielt gesucht werden, indem dem Suchbegriff ein "^ " (also ein ^ mit einem Leerschlag/Spatium) vorangestellt beziehungsweise angefügt wird (Leerschlag^). Wenn Sie ein ganz bestimmtes Wort wie "et" suchen, geben Sie als Suchtext "blank et blank" ein.

Suche nach Inschriftengattung/Personenstatus

Nachdem die Aufnahme der lateinischen Inschriften weitgehend abgeschlossen ist, haben wir begonnen, die einzelnen Texte nach Inschriftengattungen und Personenstatus zu kategorisieren. Inzwischen sind 58,3 Prozent der Texte, die keine sigilla impressa sind, kategorisiert.

Unter dem Suchfeld "Inschriftengattung/Personenstatus" können Sie beliebige Kriterien ankreuzen und mit "et" oder "vel" verknüpfen. Wenn bei "et" oder "vel" nichts angekreuzt wird, ist automatisch "vel" eingestellt. "et" bedeutet, dass die angekreuzten Bedingungen alle in einer Inschrift erfüllt sein müssen; "vel" bedeutet, dass nur eine der angekreuzten Bedingungen erfüllt sein muss. Im zweiten Suchfeld "und nicht" können wiederum Kategorien ausgewählt werden, die bei der Abfrage ausgeschlossen werden sollen.

Folgende Kategorien sind erfasst:

titulorum distributio:

virorum/feminarum distributio:

Suche nach Material

Das Material wird nach folgenden Arten erfasst: aes, argentum, aurum, corium, cyprum, ferrum, gemma, lapis, lignum, musivum, opus figlinae, orichalcum, os, plumbum, rupes, steatitis, sucineum, tectorium, textum, vitrum

Ausgabe nach Corpora

Hier können Sie einzelne Bände eintragen, deren Texte Sie dann in numerischer Reihenfolge angezeigt erhalten; bitte beachten Sie, dass in diesem Fall nur rechts automatisch ein Jokerzeichen gesetzt wird.

Suchtext ohne Auflösungen

Hier bietet die Datenbank die Möglichkeit, nach Abkürzungen zu suchen. So ergibt die Eingabe b() m() unter anderem das Ergebnis b(ene) m(erenti) mit der dazugehörigen Inschrift. Es ist zu beachten, dass zwischen den abgekürzten Worten ein Leerschlag gesetzt wird. Eine Ausnahme stellen Begriffe dar, die mehrere Abkürzungen innerhalb eines Wortes aufweisen wie b()f(), was unter anderem b(ene)f(iciarius) ergibt. Ferner kann auch nach dem Sonderzeichen |() gesucht werden.

Suche nach fehlerhaften Schreibweisen

Sie können hier nach fehlerhaften Schreibweisen suchen: So finden Sie beispielsweise eiius für eius, menus für minus, oder anis für annis, coiugi für coniugi.

Datierungen

In epigraphischen Datenbanken und analogen Publikationen ist es in letzter Zeit durchgängig üblich geworden, Inschriften zu datieren. Daher haben wir uns auch entschlossen, solche Datierungen aus anderen Datenbanken und Publikationen trotz Bedenken zu übernehmen. Angesichts der Tatsache, dass in unzähligen Fällen nach der Buchstabenform datiert wird ("ex forma litterarum" oder "palaeographia") sei an ein Bonmot Lothar Wickerts erinnert: "Der Dilettant auf dem Gebiete der lateinischen Epigraphik ist an nichts sicherer zu erkennen als daran, dass er jede Inschrift nach der Schriftform zu datieren weiß." (Klio-1938-126)

Christliche Inschriften ohne nähere Angaben werden 301 bis 500 datiert.

Folgendes Muster liegt den Angaben zugrunde:

Dank

Abschließend danke ich allen, welche die Datenbank unterstützt haben und an ihr mitarbeiten.